Ratgeber · 19. August 2026
Search Console auswerten: fünf Berichte, die Anfragen bringen
Die meisten Websites nutzen die Search Console als Anzeigetafel: Klicks hoch, Klicks runter. Tatsächlich ist sie das beste kostenlose Werkzeug zur Priorisierung — wenn man weiß, wonach man sucht.
1. Seiten auf Position 11 bis 20
Das ergiebigste Muster überhaupt. Seiten auf der zweiten Ergebnisseite haben bereits Relevanz, es fehlt nur wenig zum Sprung in die Top 10 — wo die Klicks entstehen. Filtere den Leistungsbericht auf Suchanfragen mit einer durchschnittlichen Position zwischen 11 und 20 und mindestens einigen hundert Impressionen pro Monat.
Typische Maßnahmen: Inhalt um die Aspekte ergänzen, die konkurrierende Seiten abdecken, interne Links von starken Seiten setzen, Zwischenüberschriften an der tatsächlichen Suchanfrage ausrichten. Aufwand meist ein bis drei Stunden je Seite.
2. Hohe Impressionen, niedrige Klickrate
Wenn eine Seite oft angezeigt, aber selten geklickt wird, stimmt das Suchergebnis nicht mit der Erwartung überein. Meist liegt es am Titel: zu generisch, zu lang, ohne konkreten Nutzen. Eine überarbeitete Formulierung wirkt oft innerhalb weniger Tage — der schnellste Hebel überhaupt.
| Position | Übliche Klickrate | Handlungsbedarf ab |
|---|---|---|
| 1 | 25–35 % | unter 15 % |
| 2–3 | 10–18 % | unter 7 % |
| 4–6 | 4–8 % | unter 3 % |
| 7–10 | 1,5–3 % | unter 1 % |
3. Suchanfragen, für die die falsche Seite rankt
Filtere eine wichtige Suchanfrage und sieh dir an, welche Seite dafür angezeigt wird. Steht dort nicht die vorgesehene Landingpage, sondern ein Blogbeitrag oder eine Übersichtsseite, liegt Kannibalisierung vor. Lösung: Inhalte klarer trennen, interne Verlinkung anpassen, im Zweifel Seiten zusammenführen.
4. Indexierungsbericht
Der Bericht zeigt, welche Seiten Google kennt und welche nicht — und vor allem, warum nicht. Die Kategorien „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert" und „Gefunden, zurzeit nicht indexiert" sind Warnsignale: Sie bedeuten meist zu dünne Inhalte oder ein Crawl-Budget, das in unwichtigen URLs versickert. Bei Shops sind das fast immer Filter- und Sortierparameter.
5. Vergleich über Zeiträume
Der aussagekräftigste Vergleich ist nicht Monat gegen Vormonat, sondern derselbe Zeitraum im Vorjahr — dadurch fallen saisonale Effekte heraus. Sinnvoll ist zudem der getrennte Blick auf Marken- und Nicht-Marken-Suchanfragen: Steigen nur die Markensuchen, wirkt Werbung, nicht SEO.
Ein Arbeitsrhythmus, der funktioniert
- Wöchentlich: Indexierungsbericht auf neue Fehler prüfen — fünf Minuten.
- Monatlich: Positionen 11 bis 20 auswerten, zwei bis drei Seiten ausbauen.
- Quartalsweise: Klickraten prüfen, Titel der zehn wichtigsten Seiten überarbeiten.
- Jährlich: Vorjahresvergleich, Marken- gegen Nicht-Marken-Anfragen.
Grenzen der Daten
Die Search Console filtert Suchanfragen mit sehr geringem Volumen heraus, deshalb ist die Summe der Anfragen stets kleiner als die Gesamtzahl der Klicks. Positionsangaben sind Durchschnittswerte über alle Geräte und Regionen — eine Position 8 kann mobil 15 und am Desktop 4 bedeuten. Für Entscheidungen genügt das trotzdem, solange man die Werte als Richtung liest, nicht als exakte Messung.
Wer daraus einen laufenden Prozess machen will, findet den Rahmen in unserer monatlichen SEO Betreuung; für eine einmalige Tiefenanalyse eignet sich das SEO Audit.
Häufige Fragen
- Warum weichen Search Console und Analytics voneinander ab?
- Beide messen Unterschiedliches: Die Search Console zählt Klicks im Suchergebnis, Analytics zählt Sitzungen auf der Website. Abweichungen entstehen durch Weiterleitungen, Abbrüche vor dem Laden, fehlende Einwilligung im Cookie-Banner und unterschiedliche Zeitzonen.
- Wie viele Daten zeigt die Search Console?
- Standardmäßig 16 Monate. Für längere Vergleiche sollten die Daten regelmäßig exportiert oder über die Schnittstelle in eine eigene Datenbank geschrieben werden.
- Was bedeutet "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert"?
- Google hat die Seite gesehen, aber als nicht wertvoll genug eingestuft. Häufige Ursachen sind zu dünner Inhalt, nahezu identische Seiten oder fehlende interne Verlinkung. Die Lösung liegt im Inhalt, nicht in einem erneuten Indexierungsantrag.
- Wie schnell wirken überarbeitete Titel?
- Oft innerhalb von Tagen, sobald Google die Seite neu crawlt. Die Klickrate ist damit der schnellste Hebel überhaupt — vorausgesetzt, der neue Titel trifft die Suchintention besser als der alte.
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